Lange habe ich nichts geschrieben, ich glaube es wird mal wieder Zeit.
Während der Badesaison habe ich mir ein neues Projekt gesucht: Nasen auf Fliege fangen. Ich habe hier ein Gewässer in dem massig Nasen drin sind.
Irgendwie sind die aber ganz und gar nicht leicht mit der Fliegenrute zu erwischen! Dennoch habe ich ein paar Taktiken zusammen mit Len entwickelt, wie man doch regelmäßig ein paar fangen kann. Meistens nicht mehr als zwei, aber das reicht ja auch.
Wichtig ist, dass die Fliege schwer genug ist, damit sie über den Grund hoppelt. Ausserdem darf sie nicht zu groß sein, dann klappt es besser. Sie beissen zwar auch auf größere, aber nicht so oft und sie bleiben nicht hängen wenn schwere Strömung ist. 14 oder 16er Haken sind optimal, 3,3mm Tungsten dazu und voila.
Red Tags waren bisher am Besten.
EIn paar Fotos vielleicht, zur Abrundung (gefangen habe ich natürlich viele viele mehr):



Ausserdem habe ich so ca. 20 Döbel gefangen, auch alle auf Red Tag Nymphen, aber Größe 12. Ein paar Fotos:



Seit es wieder kalt ist und keine nackerten mehr herumliegen überall, kann ich auch wieder auf Karpfen fischen. Vor drei Tagen hat sich eine krasse Geschichte zugetragen. Das ging so:
Bin an den See gefahren, aber da wo ich ins Wasser wollte war einer am plumpsen. Da ich den nicht nerven wollte und er auch ein Boot dabei hatte (also evtl. fast an meinem Karpfenplatz seine Köder hatte) bin ich an ne andere Stelle.
Mit dem Belly wollte ich nen anderen Platz anfahren und bin unterwegs ne Sandbank inspizieren. Vorsichtig gespäht. Jepp da schwimmt einer! Gesehen hat er mich auch nicht, waren ca. 20m.
An der 5er war ein leicht beschwerter Carp Worm, genau das richtige für das flache Wasser. Ich bring die Schnur in die Luft und lass schiessen. Länge passt fast maximale Wurfdistanz 25m. Die Fliege landet aber 1m hinter dem Karpfen. Hat ers gemerkt? Erst mal nix machen. Ne gründelt weiter. Vorsichtig 10m einstrippen, 1 Leerwurf und Schuss. Fliege landet 2m vor dem Karpfen. Er hört auf zu gründeln und schwimmt in die Richtung....atmen nicht vergessen Norbert! Hat er sie? Hat er? Ich hau an....und nix. Er hatte sie nicht und schwimmt nun weg.
Ich mach gar nichts und warte. 2 Minuten später ist er wieder da, 10m weiter links und etwas weiter weg. Ich paddel ein paar Meter hin und werf ihn an. Der passt. Jetzt kommt leichter Wind und das Wasser riffelt, ich seh genau gar nix mehr. Verdammt.
10 Sekunden warten, dann ziehe ich ganz leicht an der Schnur..ohhh. Stripstrike und sitzt, zisch ab geht die Luzi!
Die 5m Schnur die ich noch leer hängen hab verbrennen mir die Hand, schon ist er auf der Rolle. Die Bremse ist auf Maximallast der Rute eingestellt, die Rute ins Handteil gebogen, sogar der Kork biegt sich.
Die Schnur brettert weg, ich bin in 2 Skunden im Backing, ein paar Sekunden später hab ich noch ca. 20m Backing auf der Rolle (von 100...), das ist ein Mörderviech! Ich krieg das grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, das war einfach perfekt!
Ich paddle nicht mehr dagegen sondern lasse mich ziehen. Der Baggerfahrer vom Schwimmbagger baggert auch grad nicht mehr, sondern kuckt :)
Endlich stoppt der Fisch und ich kann langsam Schnur gewinnen. Der Karpfen schwimmt auf mich zu und ich bin schon wieder auf der Flugschnur. Dann plötzlich wieder ein Richtungswechsel Richtung anderes Ufer und die Rolle kreischt wieder los, ich bremse zusätzlich mit der Hand, die Rolle fühlt sich etwas seltsam an und macht komische Geräusche, um die Rute wird mir auch Angst. Plötzlich sitzt der Fisch fest in ein wenig Wasserpflanzen, nun macht mir das 20er Tippet auch Sorgen. Nach 5 bangen Sekunden krieg ich den Fisch frei (so schnell bin ich selten gepaddelt) und ich hab den Fisch nun unter mir 10 Minuten sind wohl schon vergangen.
Ich pumpe und pumpe und sehe ihn das erste Mal. Ein Gigant. Ein flachrückiger schön goldener Schuppenkarpfen mit ca. 110 bis 120 Zentimeter. 25 Pfund minimum, eher 30. Das wäre sogar für die Boiliefischer Seekrekord bei den flachen Schuppis.
Es geht noch ne ganze Weile bis ich ihn das dritte Mal hochgepumpt habe und er nun flach liegt. Gut dass ich nen größeren Kescher gekauft hab, aber das wird auch knapp...ich zieh den Kescher hin, gebe noch ein wenig mehr Last auf den Blank um ihn drüberzuziehen.......
KRACH
Der Blank bricht im Backbone, die Schnur strafft sich, knack Vorfach ab. Das abgebrochen Teil schrammt an meinen Unterarm, es blutet.
Ich sitze da wie versteinert und kanns nicht fassen. Mein Arm tut weh und zittert, meine Rute ist kaputt, ich schaus mir genauer an...die Rolle ist auch kaputt. Verbogen. Deswegen die Geräusche. Ich denke an den Fisch und überlege...muss der nun mit dem Meter Vorfach rumschwimmen? Ne das war ein widerhakenloser Haken, immerhin. Das versöhnt mich und ich krieg mich wieder ein.

Versorge meinen Arm und fische mit der 8er weiter. Ausser ein paar Barschen fange ich aber nichts mehr.

Schöner Mist...
ABER heute habe ich es nochmal versucht, mit der 8er und dünnerem Tippet, einem 8lb, 0,22er.
Das hat sehr viel besser geklappt. Ich hatte insgesamt 4 Bisse, zwei versemmelt und einen Drillaussteiger (der war auch groß). Einen sehr schönen goldenen Fisch, auch recht groß konnte ich erfolgreich keschern:

Klappt also doch mit der 8er! Eine unauffälliger gefärbte Schwimmschnur habe ich mir noch bestellt, mit recht kurzer Keule um schneller und mit weniger Leerwürfen gesichtete Fische anwerfen zu können. Ich hoffe die Saison auf Karpfen gibt noch ein paar Angeltage her, bevor sie ins Tiefe ziehen.